dieDAS fellowship-programm 2022

Metabolische Beziehungen gestalten


„Das Beste am dieDAS-Fellowhip, das jeden Sommer stattfindet, ist die Tatsache, dass man hier mit so vielen verschiedenen Ideen und Visionen in Berührung kommt, mit Individuen und Gruppen, die aus den unterschiedlichsten Disziplinen stammen. Diese Vielzahl der Stimmen macht es möglich, die Komplexität der Themen, mit denen wir uns hier auseinandersetzen, aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Das dortige Umfeld sorgt zudem dafür, dass genug Zeit zur Verfügung steht, um all diese Ideen allein oder gemeinsam mit den anderen Fellows zu verdauen und weiterzuverarbeiten.“

– Eugenia Morpurgo, Head-Mentorin

Im Rahmen des dieDAS Fellowship-Programms 2022 konnten wir vier herausragende junge Designer*innen auf unserem Campus in Saaleck begrüßen: Adrian Pepe, Giulia Pompilj, Nico Alexandroff und Steffie de Gaetano. Gemeinsam mit den etablierten Mentor*innen widmeten sie sich dem Thema unseres diesjährigen Fellowships: Metabolische Beziehungen gestalten.

Entwickelt von Maurizio Montalti, dem künstlerischen Leiter von dieDAS, sowie Eugenia Morpurgo, der Head-Mentorin, baute das diesjährige Fellowship-Programm auf den Programmen der letzten Jahre auf. Die Fellows sollten dazu ermutigt werden, über einen weitverbreiteten, aber oft oberflächlichen Begriff von Nachhaltigkeit hinauszugehen und nach hochspezialisierten, regenerativen Designlösungen zu suchen – um genau zu sein: Sie sollten sich mit der transformativen Natur metabolischer Prozesse befassen.

Die kontinuierlichen biochemischen Vorgänge des Metabolismus (oder Stoffwechsels) produzieren die Energie, die lebendige Systeme benötigen. Über den Metabolismus können diese Systeme organische Materie erneut in lebendige und vernetzte Prozesse einspeisen. Inspiriert von der Schönheit und Genialität sich gegenseitig bedingender lebendiger Systeme, lenkte das Programm den Blick über die Artengrenzen hinweg und legte das Augenmerk auf die umfassende gegenseitige Verkoppelung von (sichtbaren wie unsichtbaren) Körpern: auf deren Zusammenleben und die Unterstützung, die sich sie gegenseitig bieten.

Durch theoretische wie konkrete praktische Experimente – darunter Vorträge von Expert*innen, Exkursionen in die umgebende Region und Projekte vor Ort mit myzelbasierten Materialien und Techniken – untersuchten die dieDAS-Fellows den Stellenwert metabolischer Prozesse für unsere gemeinsamen Beziehungen wie für unser Verhältnis zur Umwelt. Sie suchten nach neuen Möglichkeiten für die Wiederherstellung, Pflege und das Schaffen von für unser Ökosystem günstigen Bedingungen, Ökonomien und lebendigen Agent*innen.

Mit seinem Augenmerk auf regenerativem Design bot das dieDAS Fellowship-Programm 2022 einen Raum für die kritische und kreative Produktion. In ihrer Beschäftigung mit Ideen, Konzepten und Techniken hinterfragten die Fellows konsequent und aktiv herrschende Narrative und traditionelle Verfahren.

Das Programm fand seinen Abschluss in einer Ausstellung mit dem Titel in/un becoming, in der die Fellows die Ergebnisse ihres gemeinsamen, vor Ort abgehaltenen Workshops vorstellten. Die Ausstellung war zunächst während des diesjährigen dieDAS walk + talk in der historischen Umgebung der Saalecker Werkstaetten zu sehen und wanderte anschließend auf die prestigeträchtige Dutch Design Week in Eindhoven weiter.

„Das diesjährige Programm bot die Möglichkeit für positive Begegnungen und umfassende, kritische Diskussionen. Wir alle waren darum bemüht, Inklusion, Transparenz, Kohärenz und Demut verstehen zu lernen und uns darin zu üben. Und wir alle öffneten uns für neue Perspektiven und Sensibilitäten – menschliche wie nichtmenschliche.“

– Maurizio Montalti, künstlerischer Leiter

„dieDAS brachte verschiedenen Praktiker*innen und Positionen zusammen und schuf einen Raum für enge Begegnungen, gegenseitiges Lernen und Verstehen. Das Fellowship ist eine Art Katalysator und regte uns dazu an, neue Brücken für die Kollaboration und sich gegenseitig befruchtende Gedanken zu bauen.“

– Steffie de Gaetano, Belgien, Fellow 2022

„Das die-DAS Fellowship ist einzigartig, anders als alles, woran ich bislang teilgenommen habe. Es schafft ein Umfeld und wartet mit einem großzügigen Angebot auf, um nachzudenken und auszuprobieren. Das Programm ermöglicht zudem den Austausch zwischen den Fellows und den aktuell besten Köpfen und Partnern aus der Industrie, um gemeinsam die Herausforderungen zu diskutieren, mit denen wir uns gegenwärtig konfrontiert sehen.“

– Adrian Pepe, Libanon, Fellow 2022

Marzona Stiftung NeueSaalecker Werkstätten
Photo: Ignant Production

Wildrausch Workshop
Essbare Pflanzen

Workshop mit Lili Carr of Feral Atlas

Führung Gradierwerk in Bad Kösen

Algen und Salz - der Charakter der Materie
Workshop Prof. Julia Lohmann

Vortrag Maurizio Montalti
Zusammenarbeit mit Pilzen. Stoffwechselprozesse für regenerative Materialien und Produkte

Färbung von Algen

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Das dieDAS Fellowship-Programm 2022 wurde vom künstlerischen Leiter Maurizio Montalti und der Head-Mentorin Eugenia Morpurgo angeleitet. Zu den bekannten Mentor*innen und Vortragenden gehörten 2022 der Architekt und Aktivist Prof. Ronald Rael, die Architektin Lili Carr, die Designerin Mariana Martinez Balvanera von Cocina CoLaboratorio, Prof. Rachel Armstrong, Expertin für regenerative Architektur, die Designerin Prof. Julia Lohmann, Prof. Jan Wurm, Experte für regeneratives Design, Christine Rauch, Expertin für essbare Wildpflanzen, Prof. Jasper Cepl, Experte für moderne Architektur, der Koch und Experte für Fermentierung David Zilber, die Architekturhistorikerin und Denkmalpflegerin Prof. Daniela Spiegel, die zertifizierte Meditationslehrerin und Galeristin Catherine Pfisterer, der Forscher, Lehrende und Gründer von Zoöp Klaas Kuitenbrouwer sowie Jens Freitag vom Leipniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) und Anne van Leeuwen vom regenerativen Landwirtschaftsbetrieb Bodemzicht in den Niederlanden.

Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank für ihre Zeit, ihr Engagement und ihre Unterstützung.